Fünfmal gelebte Nachhaltigkeit in Vanuatu
- Insa Witte
- vor 6 Tagen
- 4 Min. Lesezeit

1. Umweltverträglicher Abenteuertourismus
Vanuatu bietet vielfältige Aktivitäten im Abenteuertourismus, die gleichzeitig umweltfreundlich und so konzipiert sind, dass die lokalen Gemeinden davon profitieren. Die Touren durch die ganz besonderen Landschaften des Archipels werden nur in kleinen Gruppen geführt, von den dortigen Bewohnern organisiert und geführt. Zu den Höhepunkten für abenteuerlustige Vanuatu-Reisende gehören
die Wanderung auf den Vulkan in Vanuatu „Mount Yasur“ auf der Insel Tanna: Mount Yasur ist einer der aktivsten Vulkane der Welt, bekannt für seine spektakuläre, anhaltende Aktivität. Mit nur 361 Metern Höhe und ist er einer der am leichtesten zugänglichen aktiven Vulkane der Welt. Nah am Kraterrand zu stehen, ist ein unvergessliches Erlebnis.
die Erkundung des „Dog’s Head Trail“ auf Malekula: Diese zwei-tägige Wanderung führt von Atchin im Nordosten der Insel nach Tenmaru in den Nordwesten. Spannend dabei: Man durchquert die Stammesgebiete der Small und der Big Nambas, gelangt durch zahlreiche Dörfer sowie Plantagen und Viehzuchtbetriebe. Übernachtet wird in einem Natangura-Bungalow nach einem lokal zubereiteten Essen. Wer möchte, trinkt danach einen Becher Kava mit dem Häuptling.

2. Unterstützung der lokalen Kultur
Auf den rund 80 Inseln von Vanuatu findet eigentlich immer irgendwo ein traditionelles kulturelles Fest statt. Unter dem Begriff „Kastom“ aus dem lokalen Bislama versteht man die lokale Kultur und Tradition in allen Facetten. Vanuatu Tourism ein PDF-Dokument auf der Webseite, wo viele der Kastom-Veranstaltungen aufgeführt sind. Besonders bekannt sind beispielsweise
das „Nagol“ (Landtauchen), das jedes Jahr von April bis September auf der Insel Pentecost praktiziert wird. Männer wickeln dafür ihre Füße in Lianen ein und springen von hohen Bambustürmen – ein Männlichkeits-Ritual, das als uraltes Vorläufermodell des modernen Bungee-Jumpings gilt.
die „Wassermusik“, das ursprünglich von der Insel Gaua kommt, mittlerweile aber auf den meisten Inseln vorhanden. Frauen stehen dafür im hüfthohen Wasser und nutzen mit ihren flachen Händen das Wasser als Instrument – als Zeichen ihrer Verbundenheit mit dem Meer.
Der „Schlangentanz“ auf den kleinen Banks-Inseln im nördlichen Vanuatu: Männer bemalen ihre Körper mit weißen Streifen und bilden mit ihrem Tanz die geschmeidigen Bewegungen einer Schlange nach. Ursprünglich diente dieser Tanz der Einschüchterung befeindeter Stämme.
Wer diese Feste besucht, erfährt eindrucksvoll Traditionen und fördert dadurch direkt die lokalen Gemeinden.
Nur Frauen dürfen traditionell die Wassermusik ausüben; beim Naghol beweisen junge Männer jedes Jahr ihre Männlichkeits; der Schlangentanz ist ein traditioneller Kriegstanz auf Vanuatu @Vanuatu Tourism
3. Lokale Produkte nutzen
Die lokale Kultur und die Förderung von Kleinproduzenten spielt in Vanuatu auch beim Agrotourismus eine Rolle: Hier werden Besuchern lokale Produkte und nachhaltige Anbaumethoden präsentiert und sie werden auch für den touristischen Verbrauch genutzt.
Kaffee wird auf Tanna im Schatten des Mount Yasur angebaut. Das Klima mit reichlich Niederschlägen und viel Sonnenschein sowie die nährstoffreichen Vulkanböden machen den Geschmack des Kaffees einzigartig. Um den Bio-Anbau zu realisieren pflanzt man verschiedene Hülsenfrüchte als Deckung und nutzt für die Unkrautbekämpfung nur biologische Mittel. Ein 5-Jahres-Programm sorgt dafür, dass Kleinbauern den fairen Handel mit ihren Bohnen auch wertschöpfend nutzen können.
Auch Vanille wird vor allem von Kleinbauern auf Espiritu Santo angebaut und auch hier sind Vanuatus tropisches Klima und die vulkanischen Böden besonders günstig für nachhaltige Anbaumethoden. Vanuatu ist damit einer der führenden Produzenten von hochwertiger Bio-Vanille. Die Vanille aus Vanuatu schmeckt vollmundig und cremig und hat süße, leicht fruchtige Untertöne, was sie von anderen Vanillesorten unterscheidet.
Die lokalen Produkte werden auch bei Kochworkshops genutzt – hier lernt man dann gleich die richtigen Rezepte dazu. Ein Beispiel für besondere Island Cooking Courses ist Papaya Loco.
Der Kaffee wird vor allem auf Tanna Island angebaut; Frischgepresster Saft und süße Ananas ist ein guter Snack; Leckerer Kaffee gefällig? Den gibt es nicht nur auf Tanna Island @Vanuatu Tourism
4. Lokal übernachten, Ressourcen schonen
Neben klassischen Hotels, lässt es sich auf Vanuatu in den „Inselbungalows“ übernachten, die meist aus natürlichen Materialien gebaut und mit Solarenergie betrieben werden. Durch den Aufenthalt in den oft einfachen Bungalows unterstützen Reisende direkt lokale Familien und tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung ländlicher Gebiete bei. Auf der Webseite finden sich zahlreiche Island Bungalows auf verschiedenen Inseln des Archipels, am Strand, mitten in den Bäumen oder neben lokalen Wohnungen.
Besucher bekommen auf Vanuatu auch die lokale Küche serviert; Island Bungalows liegen auf Vanuatu teils mitten im Wald @Vanuatu Tourism
5. Schutzgebiete an Land und im Meer
Das Naturschutzgebiet Vatthe („Auge des Meeres“) liegt an der Nordküste der Insel Santo. Es erstreckt sich über eine Fläche von etwa 2.700 Hektar und beherbergt einen der letzten Schwemmland- und Kalksteinwälder in Vanuatu. Auf der Insel Santo liegt auch die Big Bay Conservation Area in unberührtem Wald. Beide Gebiete beherbergen seltene und teilweise endemische Arten. Es werden Touren angeboten, die den Besucher verantwortungsvoll ein einzigartiges Naturerlebnis ermöglichen.
Es ist naheliegend, dass Vanuatu sich auch aktiv für den Schutz mariner Ökosysteme engagiert - durch Korallenpflanzaktionen auf Efate, Projekte zum Schutz der Muschelbestände etwa auf Maskelyne Island sowie die Einrichtung von Meeresschutzgebieten wie dem Rockwater Resort Marine Sanctuary um die Insel Tanna oder dem Hideaway Island Marine Reserve vor Efate. Besucher sollen ein Bewusstsein für die marine Artenvielfalt bekommen und aktiv mit eingebunden werden: Sie können sich zum Beispiel in Workshops zum Anpflanzen von Korallen selbst engagieren.
Zum Schutz der gefährdeten Dugongs hat die Vanuatu Environmental Science Society Richtlinien für den Umgang mit diesen Tieren aufgestellt. Besucher werden über die richtigen Verhaltensweisen aufgeklärt. Geführte Beobachtungstouren unter der Leitung lokaler Experten ermöglichen es den Besuchern, diese faszinierenden Tiere dennoch zu sehen.
Dugongs (Riesenseekühe) fressen gerne das Seegras auf Vanuatu; der Schutz der Muschelbestände ist auf Vanuatu ein wichtiges Thema @Vanuatu Tourism




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