Familie, Meeresfrüchte und Laplap: Das Jahresende in Vanuatu
- Insa Witte
- 12. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit

An Weihnachten trifft man in Vanuatu auf eine Mischung aus melanesischen und westlichen Traditionen. Der 25. Dezember ist der Hauptfeiertag und alle Geschäfte, offizielle Gebäude und Schulen haben geschlossen. Straßen und Häuser sind mit bunten Lichtern und weihnachtlichen Dekorationen geschmückt. Besonders wichtig ist das Zusammenkommen als Familie. Viele Menschen reisen dafür in ihr Heimatdorf zurück und singen dort in Chören für die Nachbarn. Die Weihnachtslieder werden übrigens auf Bislama, Englisch und Französisch – den drei Amtssprachen – gesungen.

Das Wichtigste: Familie
Am Weihnachtstag selbst besuchen viele Familien den Gottesdienst und genießen anschließend ein Festmahl mit lokalen Speisen und Getränken: Statt Weihnachtsbraten gibt es frische Meeresfrüchte und Salate. Als Nachtisch kommt oft das Nationalgericht „Laplap“ auf den Tisch (Rezept unten). Da es im Dezember tropisch warm ist, finden die Feiern meist im Freien - auch an den weißen Sandstränden - statt. Da allerdings Regenzeit ist, kann es bei den hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit meist abends auch mal einen heftigen Regenguss geben. Zum Glück ist es nie zu kalt, um zu schwimmen oder zu schnorcheln!

Geschenke für alle
Wie hierzulande spielen auch in Vanuatu Geschenke eine große Rolle – vor allem für die Kinder. Jedoch erstreckt sich hier die Tradition des Schenkens über die Familien hinaus auf die gesamte Gemeinschaft. Viele Menschen nutzen die Feiertage als Gelegenheit, ihrer Gemeinschaft etwas zurückzugeben und spenden Lebensmittel, Kleidung oder andere wichtige Dinge an Bedürftige.

Festliches Neues Jahr
Das neue Jahr wird auf der Inselgruppe ebenfalls meist in der Familie begrüßt. Oft steht ein Kirchbesuch sowie anschließend das gemeinsame Essen mit Familien und Freunden auf dem Programm – auch hier meist draußen in schönster Südseenatur. Vanuatus mehr als 100 Sprachen und Volksstämme sorgen für unterschiedliche lokale Bräuche und Festivitäten mit Tanz und Musik. Am Neujahrstag finden vielerorts Sportwettkämpfe, meist Fußball, Rugby oder Volleyball statt. Hiermit zeigt man Wertschätzung für Kameradschaft und körperliche Fitness.

Nahrhaftes Nationalgericht Laplap
Laplap gibt es salzig oder süß, mit Fleisch oder Fisch oder Bananen und Vanille. Hier stellen wir die süße Variante vor.
Zutaten (für 4 Portionen):
500 g Maniok (frisch oder tiefgefroren)
200 ml Kokosmilch
3 EL brauner Zucker oder Honig
1 TL Vanilleextrakt
Eine Prise Salz
1 reife Banane (optional)
1 Handvoll geriebene Kokosnuss (optional)
Bananenblätter oder Backpapier
Zubereitung:
Den Maniok schälen und in kleine Stücke schneiden. In einem großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen und etwa 30 Minuten kochen, bis er weich ist. Danach das Wasser abgießen.
Den abgekühlten Maniok in einer Schüssel zerdrücken, bis eine weiche Masse entsteht. Kokosmilch, Zucker, Vanilleextrakt und eine Prise Salz hinzufügen und alles gut mischen. Für mehr Geschmack kann man eine reife Banane zerdrücken und unter die Masse mischen.
Idealerweise wird Laplap in Bananenblättern zubereitet und serviert. Wer diese nicht zur Verfügung hat, kann auch Backpapier verwenden. In jedem Fall werden die Blätter in etwa 25cm x 25cm große rechteckige Stücke geschnitten.
Eine Portion der Maniokmasse auf das Papier / Bananenblatt legen und darauf ein Päckchen wickeln.
Die Päckchen werden dann in einen Dampftopf oder im Ofen für etwa 30-45 Minuten gedämpft, bis sie weich und durchgegart sind (im Ofen etwas kürzer). Auf Vanuatu wird das Gericht übrigens im Erdofen zubereitet.
Die Laplap-Päckchen können heiß oder kalt genossen werden, serviert entweder pur oder mit geriebener Kokosnuss bestreut.





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