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  • Insa Witte

Ethnische Vielfalt im Süden Vietnams


Foto: trilemedia, Pixabay

Zu welchen Ethnien diesen beiden Damen wohl gehören? Gemeinsam lachen geht jedenfalls immer...


In den Bergen im Norden Vietnams leben die meisten der 54 anerkannten ethnischen Minderheiten. Aber auch in Zentralvietnam und im Süden finden sich einige, die recht unterschiedlich sind. Die bedeutendsten wollen wir hier kurz vorstellen. Wer sich in Vietnam für diese Volksstämme interessiert, kann einige von ihnen besuchen oder auch schon im Vietnam Museum of Ethnology in Hanoi in die ethnische Vielfalt des Landes eintauchen. Das Team von Indochina Travel Services (ITS) Vietnam gibt hier gerne Auskunft.


 

Gute Nachrichten für Vietnam-Reisende aus Deutschland: Seit dem 15. August 2023 können Reisende mit deutschem Pass ohne Visum nun 45 statt bislang 15 Tage in Vietnam bleiben. Wer länger bleiben oder ein- und ausreisen möchte, kann ein Visum mit Mehrfacheinreise beantragen, das 90 Tage lang gültig ist. Weitere Details zu den neuen Visa-Regelungen finden Sie hier.

 

Kurzer Exkurs in die Geschichte Vietnams



In Vietnam sieht man überall den Einfluss verschiedener asiatischer als auch westlicher Kulturen. Fotos: Insa Witte Um die ethnische Vielfalt und die Zusammensetzung der Bevölkerung in Vietnam zu verstehen, muss man einen kurzen Blick in die sehr bewegte Geschichte des Landes werfen. Im Laufe der Jahrhunderte wurden Traditionen, Sprachen oder Bräuche aus China, Indien oder der westlichen Welt mitgebracht - wesentlich mehr als in den anderen asiatischen Staaten. Einwanderung aus den umliegenden Ländern brachten ebenfalls viele neue Impulse. Im 1. Jahrhundert nach Christus stand Vietnam unter chinesischer Herrschaft. In dieser Zeit wurde das vietnamesische Volk vor allem im Norden des Landes stark von China beeinflusst. Zwischen dem 2. und 15. Jahrhundert herrschte Indien über das Königreich Champa im Süden Vietnams, der indische Einfluss zeigt sich heute noch vor allem bei den Cham und Khmer Völkern im Süden des Landes. Zahlreiche vietnamesische Herrscher-Dynastien in verschieden großen Teilen des heutigen Vietnam bevorzugten jeweils verschiedene Ethnien und Familien. Teils war Thang Long (Hanoi), teils Hue ihre Hauptstadt. Im 16. Jahrhundert kam die westliche Welt ins Spiel: Seit 1516 waren Portugiesen in Vietnam präsent, Europäer gründeten Handelsstützpunkte und Missionare (Jesuiten und Franziskaner) brachten nicht nur die christliche Religion ins Land, sondern auch die bis heute gebräuchliche Schrift, die auf lateinischen Buchstaben beruht. Im 18. und 19. Jahrhundert war Vietnam französische Kolonie, im Zweiten Weltkrieg wurde es zusätzlich von Japan besetzt. Nach der Kapitulation von Japan 1945 wurde die Demokratische Republik Vietnam gegründet und das Land in einem Nord- und Südstaat geteilt. Bergvölker, die abgeschieden lebten, blieben oft relativ unbehelligt. Andere suchten den Kontakt, etwa zur Kolonialmacht Frankreich, weil sie im eigenen Land wenig Unterstützung fanden und beteiligten sich für die Europäer zum Beispiel im Indochina Krieg oder Vietnam Krieg. Als 1976 Vietnam in der Sozialistischen Republik Vietnam wiedervereinigt wurde, wuchs das Volk langsam wieder zusammen. Immer noch gehören etwa 88 % der Vietnamesen zum Volk der Kinh.


Die Ethnien in Zentralvietnam


Links: Angehöriger der Co Tu; Rechts: Frau der Ta Oi

In Zentralvietnam leben zum Beispiel etwa 74.000 Co Tu, einige von ihnen leben im Grasland in der Nähe der Städte, einiges dagegen in abgeschiedenen Dörfern in den Wäldern von Quang Nam. Jahrhundertelang trugen sie Kleidung aus Baumrinde, die im 20. Jahrhundert aber durch Baumwolle ersetzt wurde. Dennoch pflegen die Co Tu ihre traditionellen Webtechniken noch immer mehr als andere Völker.


Bei den heute etwa 52.000 Ta Oi drohte die Kenntnis über die Webtechnik zu verschwinden und so begann eine Angehörige der Ta Oi Workshops zu organisieren, um auch jungen Mitgliedern des Volkes diese Technik zu vermitteln. Das Besondere dabei: in den Stoff werden kleine Glasperlen eingestickt. Heute gibt es Kooperativen, bei denen die Ta Oi-Frauen ihre Stoffe verkaufen. Die Ta Oi leben meist in Stelzenhäusern nördlich und um die Stadt Hue. Lange Pfeifen sind immer noch - auch bei den Frauen - sehr beliebt.



Die Ethnien in Südvietnam


­Links: Angehöriger der Khmer in Vietnam; Rechts: Frau der chinesischen Minderheit Hoa in Vietnam Fotos: Réhahn Photography 1,3 Million Khmer – eigentlich bekannt aus Kambodscha – leben vor allem im Süden Vietnams. Traditionell tragen sie ein Kostüm aus Seide, aber mittlerweile sieht man dies nicht mehr häufig. Als Buddhisten weben die Khmer entsprechende Muster aus ihren Tempeln in den Stoff. Viele Khmer leben auch in den angrenzenden asiatischen Staaten wie auch in Frankreich und den USA. 750.000 Hoa leben seit der Auswanderung aus China im 17. Jahrhundert meist in den Städten Südvietnams. Sie sind ethnische Chinesen und sprechen kantonesisch.

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Links: Angehörige der Jarai in Vietnam; Rechts: Mann vom Stamm der Ede in Vietnam


Die über 500.000 Mitglieder der Jarai leben nach matriarchalischen Regeln. Sie leben meist ziemlich zurückgezogen im Hochland des südlichen Zentralvietnams (um den Ort Pleiku). Sie tragen mit Indigo gefärbte Kleidung, die mit bunten Stickereien geschmückt ist. In diesen traditionellen Gewändern werden auch die Toten beerdigt. Die Jarai sind vor allem für ihre geschnitzten Holzmasken und Skulpturen bekannt. Dieses Handwerk wird allerdings nur von wenigen Jugendlichen des Volksstamms noch praktiziert.


Der Stamm der Ede folgt ebenfalls der Mutterlinie und hat noch etwa 400.000 Mitglieder. Ihre traditionellen Häuser sind sehr lang, teilweise bis zu 100 Meter. In den meisten Volksstämmen ist das Gewand der Männer eher schlicht, um das der Frauen besonders hervorstechen zu lassen. Bei den Ede ist aber auch das Kostüm der Männer sehr elegant und voller kleiner Details.



Kleines Mädchen der Bahnar in Vietnam - Foto: Réhahn Photography


Die knapp 300.000 Bahnar im sind vor allem wegen ihrer großen Gemeinschaftshäuser bekannt: Mitten in jedem Dorf stehen diese imposanten Häuser – „Rong“ genannt - auf Säulen ungefähr zwei Meter vom Boden (als Schutz vor Tigern!) mit einem bis zu zwanzig Meter hohen Dach, das den Reichtum der Gemeinde zeigt. Die Frauen der Bahnar können oft bereits mit 13 Jahren sehr gut weben. Die Bahnar leben im zentralen Hochland in den Provinzen Gia Lai und Kon Tum sowie an den Küsten um Binh Dinh und Phu Yen.


Weitere Empfehlungen für Touren durch Vietnam oder Kombinationstouren in Vietnam, Kambodscha, Laos und Myanmar geben die Experten von Indochina Travel Services Vietnam gerne auf Anfrage an info@itsvietnam.com. Inspiration dazu finden Sie auch auf der Webseite von Indochina Travel Services - www.itsvietnam.com.

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